Die Trauerfeier bei einer Baumbestattung
Ein Bestattungswald hat keine Kapelle, keine Bänke und keine Steckdose. Genau das macht die Feier dort anders, nicht schlechter.
Bei einer Baumbestattung sind Trauerfeier und Beisetzung meist zwei getrennte Termine. Die Feier findet in gewohnter Umgebung statt, in einer Kapelle, Kirche oder in den Räumen des Bestattungshauses. Die Beisetzung am Baum folgt später, oft im engsten Kreis.
Eine Feier direkt am Baum ist möglich, aber schlicht: keine Technik, keine Sitzgelegenheiten, kein Wetterschutz. Erlaubt sind gesprochene Worte, Musik ohne Verstärker und Blumen ohne Draht und Plastik.
Drei Modelle, die in der Praxis funktionieren
1. Feier in der Kapelle, Beisetzung später im Wald
Das häufigste Modell und für große Trauergemeinden das einzige praktikable. Die Feier findet mit dem Sarg oder der Urne in gewohnter Umgebung statt, mit Sitzplätzen, Musik und Redner. Die Beisetzung im Wald folgt einige Tage später mit der Familie. Vorteil: Jeder kann kommen, der kommen möchte, und die Familie behält den stillen Moment für sich.
2. Alles am selben Tag
Feier am Vormittag, Fahrt in den Wald, Beisetzung am Nachmittag. Funktioniert bei kurzen Entfernungen und mittelgroßen Gruppen. Planen Sie großzügig: Die Fahrt in Kolonne dauert länger als gedacht und im Wald geht alles langsamer als in der Kapelle.
3. Nur Beisetzung im Wald, ohne Feier
Für Menschen, die ausdrücklich keine Feier wollten, und für kleine Familien. Der Abschied besteht aus dem gemeinsamen Weg, ein paar Worten am Baum und Stille. Viele Angehörige beschreiben genau das im Nachhinein als das Passendste.
Wer sich unsicher ist, sollte nicht komplett auf eine Feier verzichten, nur weil die verstorbene Person „kein Aufheben“ wollte. Die Feier ist für die Zurückbleibenden. Ein kleiner Rahmen, ein gemeinsames Essen einige Wochen später, ein Gedenktreffen im Frühjahr: Es muss keine klassische Trauerfeier sein, aber es sollte etwas geben.
Was im Wald erlaubt ist
| Was | Im Bestattungswald | Anmerkung |
|---|---|---|
| Gesprochene Worte, Rede, Andacht | erlaubt | Redner, Pfarrer oder Angehörige, ganz frei |
| Live-Musik ohne Verstärker | erlaubt | Gitarre, Geige, Gesang oder Trompete funktionieren gut |
| Musik über Lautsprecher | meist nicht | Keine Stromversorgung, bei vielen Betreibern untersagt |
| Naturblumen, ohne Draht und Folie | am Tag erlaubt | Wird nach kurzer Zeit vom Betreiber entfernt |
| Kränze, Gestecke mit Steckmasse | nicht erlaubt | Kunststoff und Draht bleiben im Boden |
| Kerzen und Windlichter | nicht erlaubt | Brandgefahr, überall untersagt |
| Dauerhafter Grabschmuck | nicht erlaubt | Der Wald bleibt Wald |
| Fotografieren | meist erlaubt | Rücksicht auf andere Beisetzungen, vorher abstimmen |
| Kinder und Hunde | erlaubt | Hunde an der Leine, Kinder sind im Wald oft entspannter als in der Kapelle |
Praktische Hinweise, an die niemand denkt
- Sagen Sie den Gästen, dass es in den Wald geht. Wer in Pumps und dünnem Mantel kommt, hat einen schweren Tag. Ein Satz auf der Trauerkarte genügt: „Die Beisetzung findet im Wald statt, bitte denken Sie an festes Schuhwerk.“
- Klären Sie den Weg für ältere Gäste vorher. Viele Waldbetreiber lassen eine Zufahrt bis nah an den Baum zu, wenn man rechtzeitig fragt. Wir stimmen das ab.
- Rechnen Sie mit Parkplätzen, nicht mit einem Parkplatz. Bei dreißig Gästen und Landstraße wird es eng. Fahrgemeinschaften helfen mehr als jede Organisation vor Ort.
- Denken Sie an die Zeit danach. Im Wald gibt es keinen Raum für ein Beisammensein. Wenn ein Trauerkaffee stattfinden soll, braucht er einen eigenen Ort, meist zurück im Heimatort.
- Ein Wort zu Kindern: Der Wald ist für Kinder oft der leichtere Ort als eine Kapelle. Sie dürfen sich bewegen, Laub anfassen, mithelfen. Viele Familien berichten, dass der Abschied für die Kinder dadurch begreifbarer wurde.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Ja, aber schlicht. Es gibt keine Sitzplätze, keinen Wetterschutz und keine Stromversorgung. Erlaubt sind gesprochene Worte, Musik ohne Verstärker und Naturblumen. Für größere Trauergemeinden empfehlen wir eine Feier in gewohnter Umgebung und danach eine stille Beisetzung im Wald.
Am Beisetzungstag ist ein Strauß aus Naturblumen bei den meisten Betreibern erlaubt, ohne Draht, Steckmasse und Folie. Er wird nach kurzer Zeit vom Betreiber entfernt, damit der Wald Wald bleibt. Dauerhafter Grabschmuck ist im Bestattungswald nicht zulässig.
Ja. Sowohl evangelische als auch katholische Geistliche begleiten Beisetzungen in Bestattungswäldern, ebenso freie Redner. Sprechen Sie früh mit Ihrer Gemeinde, dann lässt sich die Andacht auf den Ort abstimmen. Auch eine Andacht in der Kirche mit anschließender stiller Beisetzung ist möglich.
Das entscheidet die Familie, aber unsere Erfahrung ist eindeutig: Kinder kommen im Wald meist besser zurecht als in einer Kapelle. Sie dürfen sich bewegen, sie dürfen mithelfen, sie sehen einen Ort statt eines Sarges. Bereiten Sie sie vorher darauf vor, was passieren wird, dann ist es für die meisten ein guter Abschied.
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