Das Baumgrab besuchen
Ein Baumgrab braucht keine Pflege. Das ist der größte Vorteil und für manche Angehörige zugleich die größte Umstellung.
Ein Baumgrab braucht keine Pflege und es ist auch keine erlaubt. Sie finden den Baum über seine Nummer, die in Ihren Unterlagen steht und im Waldplan verzeichnet ist. Viele Betreiber bringen auf Wunsch ein kleines Namensschild am Baum an.
Bestattungswälder sind ganzjährig frei zugänglich, es gibt keine Öffnungszeiten. Blumen dürfen Sie nicht dauerhaft ablegen, Kerzen gar nicht. Was bleibt, ist der Besuch selbst und der ist unbegrenzt möglich.
Den Baum wiederfinden
Die Sorge, den Baum später nicht mehr zu finden, ist die häufigste, die Angehörige äußern. Sie ist unbegründet, wenn Sie drei Dinge tun.
- Die Baumnummer notieren und sicher aufbewahren Jeder Baum trägt eine eindeutige Nummer, die auf der Urkunde des Waldbetreibers steht. Legen Sie eine Kopie zu den Familienpapieren.
- Den Weg einmal bewusst gehen Am besten direkt nach der Beisetzung, in Ruhe und ohne Trauergemeinde. Merken Sie sich zwei oder drei Wegmarken: eine Kreuzung, einen auffälligen Stamm, einen Hochsitz.
- Die Koordinaten speichern Ein Standort im Handy, gespeichert als Favorit, führt Sie in zehn Jahren noch zuverlässig hin. Geben Sie ihn an alle weiter, die den Baum besuchen möchten.
Zusätzlich gibt es in fast allen Bestattungswäldern Übersichtskarten an den Eingängen und die Betreiber führen Register, in denen jeder Platz verzeichnet ist. Verlorengehen kann ein Baum nicht.
Was am Baum erlaubt ist
- Kommen, so oft Sie möchten. Bestattungswälder sind öffentlich zugängliche Wälder ohne Öffnungszeiten und ohne Eintritt.
- Ein kleines Namensschild am Baum. Bei den meisten Betreibern zulässig, je nach Wald im Platz enthalten oder gegen Aufpreis.
- Ein Strauß Naturblumen für kurze Zeit. Am Beisetzungstag und an Gedenktagen wird das meist geduldet, ohne Draht, Folie und Steckmasse. Er wird anschließend entfernt.
- Nicht erlaubt: Kerzen und Windlichter, Grablichter, Figuren, Steine mit Inschrift, Bänke, Zäune, Pflanzungen und alles, was dauerhaft liegen bleibt.
Nicht aus Prinzipienreiterei. Ein Bestattungswald funktioniert nur, solange er wie ein Wald aussieht. Sobald an tausend Bäumen Windlichter und Figuren stehen, ist aus dem Wald ein Friedhof geworden. Und genau das wollten die meisten Menschen vermeiden, die sich für diesen Ort entschieden haben.
Gedenken, wenn es nichts zu pflegen gibt
Für Menschen, die im Gießen, Pflanzen und Harken Trost gefunden haben, fällt mit dem Baumgrab etwas Wichtiges weg. Das ist ein echter Verlust und kein Nebeneffekt. Was Familien stattdessen entwickeln, ist oft überraschend tragfähig.
- Ein fester Termin statt spontaner Besuche. Der Geburtstag, der Todestag oder ein Sonntag im Frühjahr. Weil der Weg ein Ausflug ist, wird er meist bewusster gegangen als der schnelle Friedhofsbesuch.
- Der Spaziergang als Ritual. Viele Familien gehen nicht direkt zum Baum, sondern laufen eine Runde durch den Wald und enden dort. Das gibt dem Besuch eine Form.
- Ein Baum zu Hause. Manche Familien pflanzen im eigenen Garten einen Baum derselben Art. Der Ort für den Alltag ist dann in der Nähe, der Ort für den eigentlichen Abschied im Wald.
- Ein Ort im Haus. Ein Foto, ein Gegenstand, eine Kerze am Todestag. Was im Wald nicht erlaubt ist, ist zu Hause selbstverständlich möglich.
Wer den Baum vor allem wegen der Pflegefreiheit wählt, sollte diesen Punkt in der Familie ansprechen, bevor die Entscheidung fällt. Er zeigt sich erst nach Monaten und dann ist er nicht mehr zu ändern.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Nein. Und man darf es auch nicht. Der Wald bleibt Wald, es gibt nichts zu gießen, zu bepflanzen oder zu harken. Genau das ist für viele der Hauptgrund für die Entscheidung: Angehörige übernehmen keine Verpflichtung, die sie über Jahrzehnte bindet.
Jederzeit. Bestattungswälder sind öffentlich zugängliche Wälder ohne Öffnungszeiten, ohne Tor und ohne Eintritt. Sie können den Baum an jedem Tag des Jahres und zu jeder Tageszeit besuchen, im Winter allerdings mit den Einschränkungen, die ein Waldweg mit sich bringt.
Bei den meisten Betreibern ist ein kleines Namensschild am Baum möglich, je nach Wald im Preis enthalten oder gegen einen Aufpreis. Es ist bewusst klein gehalten. Größere Tafeln, Gedenksteine oder Inschriften sind im Bestattungswald nicht zulässig.
Das regelt die Satzung des Waldbetreibers. Üblich ist, dass der Baum liegen bleibt und die Stelle markiert bleibt oder dass ein Ersatzbaum in unmittelbarer Nähe zugeordnet wird. Lassen Sie sich diesen Punkt vor Vertragsschluss zeigen, er steht in jeder Satzung und ist bei Trockenjahren keine theoretische Frage.
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