Ein Olivenhain in Südspanien im Abendlicht
Die Wege im Vergleich

Naturbestattung: alle Arten im Überblick

Naturbestattung ist ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Wege. Manche sind in Deutschland Alltag, andere nur jenseits der Grenze möglich.

Stand: August 2026 Geschrieben von den Bestattern im Verbund Baumbestattung.de Lesezeit rund 10 Minuten
Kurz gesagt

Als Naturbestattung gelten alle Beisetzungen, bei denen die Asche in der Natur ruht statt in einem klassischen Grab. In Deutschland zulässig sind vor allem Baumbestattung, Seebestattung und naturnahe Grabfelder auf Friedhöfen.

Alm-, Fels- und Diamantbestattung sind in Deutschland nicht zulässig. Dafür muss die Asche ins Ausland überführt werden, meist in die Schweiz. Der Grund ist immer derselbe: der deutsche Friedhofszwang, der auch für Asche gilt.

Alle Arten in einer Tabelle

Art Wo die Asche ruht In Deutschland Ab etwa
Baumbestattung im BestattungswaldAn den Wurzeln eines Baumes im FriedWald, RuheForst oder Naturfriedhofzulässig3.266 €
Baumgrab auf dem FriedhofUnter einem Baum auf einem kommunalen Grabfeldzulässignach Satzung
BaumFriedenDie Asche wird einem jungen Baum beigegeben, der später eingepflanzt wirdüber die Niederlande3.821 €
EvertreeBio-Urne mit Substrat auf dem Friedhof, aus der eine Pflanze wächstzulässig3.426 €
SeebestattungWasserlösliche Urne in einem ausgewiesenen Seegebiet in Nord- oder Ostseezulässig1.500 €
Wiesen- und StreuobstbestattungNaturnahe Grabfelder auf Friedhöfen, ohne Grabsteinzulässignach Satzung
Naturbestattung im AuslandOlivenhain in Spanien, Naturfriedhof in der Schweiznur im Ausland2.476 €
AlmwiesenbestattungBergwiese in der Schweiznur im Auslandauf Anfrage
FelsbestattungFelsspalte im Schweizer Hochgebirgenur im Auslandauf Anfrage
DiamantbestattungEin Teil der Asche wird zu einem synthetischen Diamanten gepresstnur im Auslandauf Anfrage
LuftbestattungVerstreuen aus einem Ballon oder Flugzeugnur im Auslandauf Anfrage

Die Preise sind Gesamtsummen inklusive der Leistungen des Bestattungshauses und der Kremation, nicht nur die Gebühr für den Ort. Reisekosten der Angehörigen sind nicht enthalten.

Baumbestattung: vier Wege unter einem Namen

„Baumbestattung“ ist der meistgenutzte und zugleich unschärfste Begriff. Vier Verfahren laufen darunter und sie unterscheiden sich grundlegend.

Baumgrab im Bestattungswald

Die klassische Variante. Die Urne wird an den Wurzeln eines bestehenden Baumes beigesetzt. Der Baum steht schon, er wächst nicht aus der Asche. Nutzungszeit meist 99 Jahre, keine Grabpflege. Ausführlich erklärt in FriedWald oder RuheForst.

Baumgrab auf dem kommunalen Friedhof

Dieselbe Idee, aber auf einem Friedhof im Ort. Ruhezeit nach Satzung, meist zwanzig bis dreißig Jahre, dafür kurze Wege für Angehörige.

BaumFrieden

Hier entsteht tatsächlich ein neuer Baum. Die Asche wird in Kerkrade in den Niederlanden einem jungen Baum beigegeben. Nach vier bis neun Monaten Wachstum kann der Baum am Wunschort in Deutschland eingepflanzt werden, auch im eigenen Garten. Das ist zulässig, weil die Asche zu diesem Zeitpunkt vollständig in den Baum übergegangen ist.

Evertree

Eine zu hundert Prozent biologisch abbaubare Urne, in der die Asche mit einem Substrat verbunden wird. Aus ihr wächst eine Pflanze oder ein Baum. Die Beisetzung findet auf einem Friedhof statt, deshalb kommen dort Friedhofsgebühren nach Satzung hinzu.

Seebestattung: der zweithäufigste Weg

Nach der Baumbestattung ist die Seebestattung die verbreitetste Naturbestattung in Deutschland. Die Asche kommt in eine wasserlösliche Urne, die in einem ausgewiesenen Seegebiet in Nord- oder Ostsee beigesetzt wird. Die Urne löst sich innerhalb weniger Stunden auf.

  • Angehörige können mitfahren. Die Reederei nimmt in der Regel bis zu zwanzig Personen mit. Es gibt auch die stille Variante ohne Begleitung.
  • Die Position wird dokumentiert. Sie erhalten eine Seekarte mit den Koordinaten der Beisetzung.
  • Kein Ort zum Hingehen. Das ist der wichtigste Unterschied zur Baumbestattung. Angehörige können die Stelle nur mit einem Schiff erreichen.
  • Wetterabhängig. Bei Sturm wird die Fahrt verschoben, das lässt sich nicht planen.

Für wen sie passt: für Menschen mit einer echten Verbindung zum Meer, oft Seeleute und ihre Familien. Für wen sie nicht passt: für Familien, in denen jemand einen Ort zum Hingehen braucht.

Was in Deutschland nicht geht

Der Grund ist immer derselbe: der Friedhofszwang. In Deutschland muss auch die Asche auf einem Friedhof oder einer dafür gewidmeten Fläche beigesetzt werden. Sie darf nicht frei verstreut und nicht zu Hause aufbewahrt werden. Die einzige nennenswerte Ausnahme gilt in Bremen, dort ist unter engen Bedingungen und mit Genehmigung das Ausbringen der Asche auf bestimmten Flächen möglich, wenn die verstorbene Person es schriftlich verfügt hat.

Vorsicht bei Angeboten mit „Asche zu Hause behalten“

Solche Angebote gibt es, meist über Anbieter im Ausland. Wer die Asche eines Angehörigen ohne Genehmigung nach Deutschland bringt und hier aufbewahrt oder verstreut, handelt ordnungswidrig, im Einzelfall auch strafbar. Wir raten davon ab und begleiten solche Wege nicht.

Naturbestattung in Spanien und der Schweiz

Legal und gut organisiert. Die Asche wird ordnungsgemäß ins Ausland überführt und dort in einem Olivenhain oder auf einem Naturfriedhof beigesetzt. Das ist die günstigste Variante überhaupt, ab rund 2.476 Euro. Der Haken: Angehörige müssen reisen und eine Rückführung ist nach der Beisetzung praktisch ausgeschlossen.

Alm, Fels, Diamant und Ballon

Alle in der Schweiz oder anderen Ländern möglich, alle mit demselben Muster: Die Asche wird überführt, die Beisetzung findet dort statt, Angehörige reisen an. Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche zu einem synthetischen Diamanten gepresst. Die rechtliche Lage bei der Rückführung eines solchen Diamanten nach Deutschland ist umstritten, wir klären das im Einzelfall vorab.

Welche Art zu wem passt

Es gibt keine beste Naturbestattung. Es gibt nur die, die zu einer Familie passt. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung mehr als jeder Vergleich.

  1. Brauchen Angehörige einen Ort zum Hingehen? Wenn ja, fallen See, Alm und Fels praktisch weg. Dann bleiben Baumgrab und Friedhofslösungen.
  2. Wie weit darf dieser Ort entfernt sein? Rechnen Sie mit der ältesten Person in der Familie und mit den nächsten zwanzig Jahren, nicht mit dem Beisetzungstag.
  3. Soll ein Baum entstehen oder soll es ein bestehender Baum sein? Das ist der Unterschied zwischen BaumFrieden und dem klassischen Baumgrab und für viele Menschen der emotional wichtigste Punkt.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Zulässig sind die Baumbestattung im Bestattungswald, das Baumgrab auf kommunalen Friedhöfen, naturnahe Wiesen- und Streuobstgrabfelder, die Evertree-Bio-Urne auf dem Friedhof und die Seebestattung in ausgewiesenen Seegebieten. Nicht zulässig sind Alm-, Fels-, Luft- und Diamantbestattung sowie das freie Verstreuen der Asche.

Nein. In Deutschland gilt der Friedhofszwang auch für Asche. Sie muss auf einem Friedhof oder einer dafür gewidmeten Fläche beigesetzt werden, wozu auch Bestattungswälder zählen. Eine begrenzte Ausnahme gibt es in Bremen für das Ausbringen der Asche auf bestimmten Flächen, mit Genehmigung und nur wenn die verstorbene Person es schriftlich verfügt hat.

Eine Seebestattung beginnt bei rund 1.500 Euro, wenn Angehörige nicht mitfahren. Mit Begleitung der Familie an Bord liegt sie meist zwischen 2.000 und 3.500 Euro, abhängig von Reederei, Hafen und Größe des Schiffes. Enthalten sind Überführung, Kremation, die wasserlösliche Seeurne und die Beisetzung mit Seekarte.

Nein. Im FriedWald wird die Urne an den Wurzeln eines bereits vorhandenen Baumes beigesetzt. Bei BaumFrieden wird die Asche in Kerkrade in den Niederlanden einem jungen Baum beigegeben, der daraus wächst. Nach vier bis neun Monaten kann dieser Baum in Deutschland eingepflanzt werden, auch im eigenen Garten.

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