Alte moosbewachsene Bäume in einem lichten Laubwald
Ablauf und Praxis

Der Ablauf Schritt für Schritt

Zwischen Todesfall und Beisetzung im Wald liegen meist zwei bis sechs Wochen. Was in dieser Zeit geschieht und was Sie davon selbst tun müssen.

Stand: August 2026 Geschrieben von den Bestattern im Verbund Baumbestattung.de Lesezeit rund 8 Minuten
Kurz gesagt

Eine Baumbestattung läuft in acht Schritten ab: Todesfall melden, Bestatter beauftragen, Papiere beschaffen, Kremation, zweite ärztliche Leichenschau, Trauerfeier, Abstimmung mit dem Waldbetreiber und Beisetzung am Baum.

Zwischen Todesfall und Beisetzung vergehen in der Regel zwei bis sechs Wochen. Der Grund ist nicht Trägheit, sondern die Kremation samt vorgeschriebener zweiter Leichenschau und die Terminabstimmung mit dem Wald.

Die acht Schritte im Einzelnen

  1. Den Todesfall feststellen und melden (Tag 1) Ein Arzt stellt den Tod fest und stellt die Todesbescheinigung aus. Zu Hause rufen Sie den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst, im Heim oder Krankenhaus übernimmt das die Einrichtung. Erst danach darf der Bestatter tätig werden.
  2. Das Bestattungshaus beauftragen (Tag 1 bis 2) Der Bestatter holt die verstorbene Person ab und übernimmt die weitere Versorgung. Sie haben in diesem Moment noch nichts entschieden, außer wer Sie begleitet.
  3. Papiere beschaffen (Tag 1 bis 4) Personalausweis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil, bei Witwen und Witwern die Sterbeurkunde des Partners. Der Bestatter meldet den Sterbefall beim Standesamt und beschafft die Sterbeurkunden.
  4. Den Weg und den Wald festlegen (Tag 2 bis 7) Jetzt fällt die eigentliche Entscheidung: welcher der vier Wege, welcher Wald, Gemeinschaftsbaum oder eigener Baum. Wenn eine Bestattungsverfügung existiert, ist das an dieser Stelle eine große Erleichterung.
  5. Zweite ärztliche Leichenschau und Kremation (Tag 3 bis 14) Vor jeder Einäscherung schreibt das Gesetz eine zweite Leichenschau durch einen weiteren Arzt vor. Danach folgt die Kremation im Krematorium. Für diesen Abschnitt sollten Sie ein bis zwei Wochen einplanen.
  6. Trauerfeier, wenn gewünscht (frei wählbar) Die Feier kann vor der Kremation mit dem Sarg stattfinden oder später mit der Urne. Beides ist üblich. Sie muss nicht am Wald stattfinden und findet meist auch nicht dort statt.
  7. Termin mit dem Waldbetreiber abstimmen (1 bis 3 Wochen) Bestattungswälder haben feste Beisetzungstage und begrenzte Kapazitäten. Diese Abstimmung ist der häufigste Grund für Wartezeit. Der Bestatter übernimmt sie vollständig.
  8. Beisetzung am Baum (rund 30 Minuten) Die Angehörigen treffen sich am Waldparkplatz und gehen gemeinsam zum Baum. Die Urne wird an den Wurzeln beigesetzt, der Waldboden wird wieder geschlossen. Ein Grabhügel entsteht nicht.

Warum es Wochen dauert

Angehörige erschrecken oft über die Wartezeit. Bei einer Erdbestattung ist binnen weniger Tage alles vorbei, bei einer Baumbestattung dauert es Wochen. Drei Gründe stecken dahinter und keiner davon lässt sich beschleunigen.

  • Die zweite Leichenschau ist Pflicht. Vor jeder Einäscherung muss ein zweiter Arzt die Todesursache prüfen. Das dient dem Ausschluss nicht natürlicher Todesursachen, weil nach der Kremation keine Untersuchung mehr möglich ist.
  • Krematorien haben Auslastung. Je nach Region und Jahreszeit liegen zwischen Anlieferung und Rückgabe der Asche wenige Tage bis zwei Wochen.
  • Wälder haben feste Beisetzungstage. Ein Bestattungswald hat keine Kapelle, keinen Friedhofsmitarbeiter vor Ort und keine tägliche Öffnungszeit. Beisetzungen finden an festgelegten Tagen statt.
Diese Zeit ist oft ein Geschenk

Viele Familien empfinden die Wochen zwischen Todesfall und Beisetzung im Nachhinein als hilfreich. Die erste Erschütterung ist vorbei, der Abschied im Wald findet in einer ruhigeren Verfassung statt. Wer möchte, hält die Trauerfeier früh und die Beisetzung später, dann sind beide Momente klar getrennt.

Der Tag der Beisetzung im Wald

Wer noch nie bei einer Waldbeisetzung war, stellt sich meist etwas anderes vor, als tatsächlich geschieht. Es ist deutlich schlichter und für die meisten Menschen deutlich tröstlicher.

  1. Treffpunkt am Waldparkplatz Es gibt keine Kapelle und keinen Eingang. Die Angehörigen sammeln sich an einem vereinbarten Punkt, meist einem Parkplatz oder einer Schranke.
  2. Gemeinsamer Weg zum Baum Fünf bis zwanzig Minuten zu Fuß, je nach Wald. Der Bestatter oder ein Förster führt. Wer nicht gut zu Fuß ist, wird möglichst nah herangefahren, das klären wir vorher.
  3. Die Beisetzung Am Baum ist bereits eine Öffnung vorbereitet. Die Urne wird hineingestellt, der Boden wird geschlossen und mit Laub abgedeckt. Angehörige dürfen dabei helfen.
  4. Der Abschied Musik, gesprochene Worte, ein Gedicht, eine Andacht oder Stille. Alles ist möglich, nichts ist vorgeschrieben. Die Beisetzung dauert insgesamt meist zwanzig bis dreißig Minuten.

Ausführlich dazu, was Angehörige mitbringen dürfen und wie sich eine Feier im Wald gestalten lässt, steht im Beitrag Trauerfeier bei einer Baumbestattung.

Was Sie selbst tun müssen

Erstaunlich wenig. Der weitaus größte Teil liegt beim Bestattungshaus. Ihre Aufgaben lassen sich auf fünf Punkte reduzieren.

  • Die Papiere heraussuchen und übergeben
  • Entscheiden, welcher Weg und welcher Wald es sein soll
  • Festlegen, ob und in welchem Rahmen eine Trauerfeier stattfindet
  • Die Menschen benachrichtigen, die kommen sollen
  • Am Beisetzungstag da sein

Alles andere, von der Meldung beim Standesamt über die Beauftragung des Krematoriums bis zur Terminabstimmung mit dem Waldbetreiber, übernimmt das Bestattungshaus. Das ist keine Zusatzleistung, sondern im Leistungspaket enthalten.

Häufige Fragen zu diesem Thema

In der Regel zwei bis sechs Wochen. Die Zeit entsteht durch die gesetzlich vorgeschriebene zweite Leichenschau vor der Einäscherung, durch die Auslastung des Krematoriums und durch die festen Beisetzungstage der Bestattungswälder. Beschleunigen lässt sich das kaum, planen lässt es sich gut.

Nein. Meist findet sie das auch nicht. Üblich ist eine Trauerfeier in gewohnter Umgebung, in der Kapelle, in der Kirche oder in den Räumen des Bestattungshauses und danach eine stille Beisetzung im Wald im engsten Kreis. Beide Termine können mehrere Tage auseinanderliegen.

In den meisten Bestattungswäldern ja. Viele Familien empfinden das als wichtigen Teil des Abschieds. Ob es im konkreten Wald erlaubt ist, klären wir vorher mit dem Betreiber. Auch das Schließen der Beisetzungsstelle dürfen Angehörige übernehmen, wenn sie möchten.

Die Beisetzung findet statt. Bestattungswälder haben keine Halle und keinen Unterstand, es gibt nichts zu verschieben. Nur bei Sturmwarnung wird aus Sicherheitsgründen abgesagt und ein neuer Termin vereinbart. Ziehen Sie sich und die Gäste entsprechend an, festes Schuhwerk ist wichtiger als Kleidungsstil.

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